Stellenbeschreibungen unterstützen die Personalentwicklung

22.09.2019 - Eine Beitrag von Peter Heinz Tremmel

Personalentwicklung beginnt mit jeder Neueinstellung und soll danach u.a. für eine angemessene interne Weiterentwicklung vorhandener geeigneter Mitarbeiter/innen Sorge tragen. Die meisten Führungskräfte treffen ihre Personalauswahl sehr gewissenhaft nach erkennbaren Fähigkeiten der Kandidaten, mit oder ohne professionelle Unterstützung. Die gelegentliche Überzeugung von eigener Menschenkenntis reicht i.d.R. nicht aus, um hinter die Stirne eines interessierten Kandidaten zu blicken.

Unabhängig von der Unternehmensgröße ist eine gepflegte übersichtliche Beschreibung der organisatorischen Aufbau- und Ablauforganisation des Unternehmens besonders hilfreich. Diese sollte je führender und ausführender Funktion deren jeweilige Zielsetzungen, deren wichtigste Tätigkeiten und der dafür erforderlichen Ausprägungen bestimmter persönlicher Grundfähigkeiten und fachlicher Kompetenzen in einem möglichst vergleichbaren Format ausweisen. Die Verfügbarkeit einer solchen der unternehmerischen Zielsetzung entsprechenden Beschreibung der angestrebten personellen Ausstattung ist für eine nachhaltige, Erfolg versprechende Personalentwicklung eine wesentliche Voraussetzung, um die richtigen Menschen für jede neu zu besetzende Stelle besser erkennen und auswählen zu können.

Fachliche Kompetenzen sind deutlich leichter als individuelle Talente und Fähigkeiten zu erkennen. Gerade diese Fähigkeiten sind aber für die Beurteilung der Qualifikation für eine Aufgabenstellung besonders wichtig. Fachliche Kompetenzen lassen sich jederzeit erlernen. Dagegen sind nachhaltige persönliche Talente und Fähigkeiten i.d.R. veranlagungsbedingt, zumal sich die dazu wichtige Weichenstellungen für persönlichen Talente bereits im familiären Umfeld der frühen Kindheit entwickeln. Spätere schulische Erfahrungen können dazu beitragen, die vorhandenen veranlagungsbedingten Talente - aufbauend oder auch nicht - weiter zu entfalten, aber keine neuen Talente nachhaltig zu entwickeln. Bewusst oder unbewusst nachträglich "ange-lernte" Talente haben die Tendenz unter Druck relativ bald instabil bzw. wieder ver-lernt zu werden.

Es ist daher zu empfehlen, in jeder Stellenbeschreibung je führender und ausführender Funktion, aus den nachstehenden, beruflich relevanten persönlichen Fähigkeiten bzw Talenten jeweils 5, nach Wichtigkeit sortiert, auszuweisen:

1 > gerne mit anderen kommunizieren zu wollen,
2 > gerne andere in ihren Aufgaben oder Situationen helfend unterstützen zu wollen,
3 > gerne selbst etwas verwalten oder organisieren zu wollen,
4 > gerne selbst vorhandene Daten, Material oder Gegenstände zu BEarbeiten,
5 > gerne andere persönlich zu leiten oder strategisch zu führen,
6 > gerne selbst etwas sachlich oder technisch ERarbeiten, herzustellen oder reparieren zu wollen,
7 > gerne etwas ergründen, entwicklen oder erforschen zu wollen,
8 > gerne etwas kreativ erdenken oder gestalten zu wollen,
9 > gerne Wissen sammeln, erklären, darstellen oder sonstwie vermitteln zu wollen.

Diese Liste wurde in einer aus den 90er Jahren stammenden Studie zur Berufsorientierung entdeckt. Sie fordert den Ersteller einer Stellenbeschreibung heraus, die wesentlichen Anforderungen je Funktion in einer vergleichbaren Struktur von Grundfähigkeiten zu beschreiben. Mit dieser Art Stellenbeschreibung lässt sich die externe wie die interne Personalauswahl durch einheitliche, vergleichbare Krierien optimieren. Ein Versuch, sich einmal an dieser Anregung zu orientieren, kann nur empfohlen werden.(pht)