Einigung zur Stärkung der
EU-Visumvorschriften

20.02.2019 - EU-Kommission

Die Mitgliedstaaten haben die vom Europäischen Parlament und vom Rat erzielte Einigung über den Vorschlag der Kommission zur Modernisierung der gemeinsamen Visumpolitik der EU gebilligt. Damit werden die Vorschriften angepasst, um sich wandelnden Sicherheitsrisiken, Herausforderungen im Zusammenhang mit der Migration und neuen Möglichkeiten aufgrund technologischer Entwicklungen Rechnung zu tragen. Die vereinbarten Änderungen sollen es legal Reisenden leichter machen, Visa für die Einreise nach Europa zu erhalten, den Tourismus sowie die Handels- und Geschäftstätigkeit fördern und zugleich die Sicherheit erhöhen sowie das Risiko der irregulären Migration eindämmen.

Die neuen Vorschriften sehen insbesondere vor:

  • Flexiblere Verfahren: 
    Reisende werden ihre Anträge bis zu sechs Monate – bzw. bis zu neun Monate für Seeleute – vor ihrer geplanten Reise (bisher drei Monate) und in den meisten Fällen direkt von ihrem Wohnsitzland aus stellen können. 
  • Mehrfachvisa mit längerer Gültigkeitsdauer: 
    Dank der Einführung verbindlicher gemeinsamer Vorschriften können Vielreisende mit positiver „Visum-Vorgeschichte“ Mehrfachvisa mit einer schrittweise ansteigenden Gültigkeitsdauer von einem Jahr bis zu fünf Jahren erhalten. 
  • Zusätzliche Ressourcen für mehr Sicherheit: 
    Wegen der in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Bearbeitungskosten wird die Visumgebühr leicht erhöht (von 60 EUR auf 80 EUR). Diese geringfügige Erhöhung soll es den Mitgliedstaaten ermöglichen, weltweit eine angemessene Zahl von Bediensteten in den Konsulaten beizubehalten, um verstärkte Sicherheitsüberprüfungen sowie die Aktualisierung der IT-Ausstattung und -Software zu gewährleisten, ohne dass dadurch Hindernisse für die Visumantragsteller geschaffen werden.
  • Verbesserung der Zusammenarbeit bei der Rückübernahme: 
    Je nachdem, ob ein Drittstaat bei der Rückführung und Rückübernahme irregulärer Migranten ausreichend kooperiert, können die Bedingungen für die Bearbeitung von Visumanträgen angepasst werden. Dies betrifft unter anderem die maximale Bearbeitungsdauer für Anträge, die Gültigkeitsdauer der ausgestellten Visa, die Höhe der Visumgebühr und die Befreiung bestimmter Reisender von solchen Gebühren.

Die gemeinsame Visumpolitik der EU soll Reisen in die EU zu touristischen oder geschäftlichen Zwecken erleichtern, einen Beitrag zu Wirtschaft und Wachstum in der EU leisten und direkte Kontakte zwischen den Menschen und den kulturellen Austausch fördern. 

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